Projektbeispiel Kaleidoskop 2018: Gesunde Integration dank Yoga

„Ohm“, schallt es durch den Raum, in dem die 28-jährige Duaa Zidan gerade eben ihre Yogastunde beendet hat. Zwölf Frauen sind dafür an dem heutigen Mittwochnachmittag aus der Gemeinschaftsunterkunft Wolfang-Heinz-Straße in den Sportraum des Heimes gekommen. Viele von Ihnen sind schon von Anfang an dabei, einige sind erst später dazu gestoßen. Und man kann ihren entspannten Gesichtern ansehen, dass sie die Stunden mit der syrischen Yogalehrerin überaus genießen. „Viele haben mich schon gefragt, ob ich nicht noch eine zweite Yogastunde anbieten kann“, erzählt Duaa, die selbst vor drei Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen ist und für das Yoga die Rettung war. Denn es hat ihr nicht nur dabei geholfen, ihr Kriegstrauma besser zu verarbeiten, sondern auch, sich besser in Deutschland zu integrieren. Seit kurzem ist sie nun selbst Yogalehrerin und möchte die heilende Kraft des Yoga, die sie selbst erlebt hat, an andere weitergeben. So wie in der Gemeinschaftsunterkunft in Buch, in dem Duaa nun seit September wöchentlich eine Yogastunde für geflüchtete Frauen anbietet.

Dank der Förderung von KALEIDOSKOP BERLIN im Rahmen des Interkulturellen Kompetenzzentrum für Migrant*innenorganisationen (IKMO) gibt es nun dort einen vollständig ausgestattet Yogaraum, mit Kissen, Matten, Gurten, eben allem, was es braucht, um die Frauen an das Yoga heranzuführen. „Wir würden uns wünschen, dass dieses Angebot auch weitergeführt wird“, so Ehrenamtskoordinatorin Irene Sang von der Stephanus-Stiftung, die gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation Citizen2be, den Antrag auf Förderung gestellt hat. Gerade, weil es so gut angenommen wird und Duaa sich dort sichtlich wohlfühlt. Gerade, weil es so gut angenommen wird und Duaa sich dort sichtlich wohlfühlt. „Das Duaa, eine Geflüchtete in einer Unterkunft nun selbst Geflüchtete unterrichtet ist für uns und unsere große Organisation ein großer Schritt in die richtige Richtung“, so Bettina Schuler, Gründerin und Geschäftsführerin von Citizen2be. „Denn es zeigt nicht nur, dass unser Konzept, Yoga als Hilfe bei der Überwindung von Trauma funktioniert, sondern auch, dass Yoga den Geflüchteten dabei helfen kann, ihren eigenen Weg in Deutschland zu finden.“ So wie bei Duaa, die sich für ihre Zukunft nur eines wünscht: als Yogalehrerin in Deutschland zu arbeiten.